Sterben im Reich der Lust
Schon immer gehörten zur japanischen Kultur freizügige erotische Darstellungen. Diese Tradition beeinflusste auch den erotischen Film des fernöstlichen Landes.
Japan blickt auf eine - verglichen mit der westlichen - ebenso bedeutende wie freizügige kulturelle Tradition erotischer Darstellungen zurück: Ob es die als «Frühlingsbilder» bezeichneten erotischen Holzschnitte des 17. und 18. Jahrhunderts oder die praxisorientierten Sexhandbücher («Saiken») sind: Erotik hatte im vormodernen Japan einen wichtigen und selbstverständlichen Platz. Jenseits christlicher Moralvorstellungen wurden etwa Homosexualität, Voyeurismus oder SM-Praktiken im alten Japan freizügig toleriert. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden unter westlichem Einfluss diese Formen der Sexualität nach und nach unterdrückt und strafrechtlich verfolgt. Die kulturellen Besonderheiten Japans im Umgang mit Sexualität haben sich auch im Genre des erotischen Films niedergeschlagen.
Der Dokumentarfilm beleuchtet mit Hilfe von Spielfilmausschnitten, Interviews und Beobachtungen vor Ort die lange und einzigartige Tradition des erotischen Films in Japan.
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